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Alle Seenprofile unterliegen dem Copyright.Gen.-Nr.: 1516
ATKIS® - DOP© Landesvermessungsamt Sachsen 2006
Erlaubnis zur Verbreitung amtlicher Geobasisinformationen im Internet
Erlaubnisnummer: LVermGeo/A9-138-2006-14
Grundlage: Digitale Orthophotos aus der Landesluftbildsmmlung Sachsen- Anhalt
Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen- Anhalt
Auensee Granschütz
Der Auensee Granschütz befindet sich im Zeitz-Weißenfelser Braunkohlenrevier, 5 km von der Stadt Weißenfels entfernt. Nach Einstellung der Kohleförderung im Jahr 1918 füllte sich das Tagebaurestloch allmählich mit quellendem Grundwasser, so dass mit Flutungsende 1930 der „Auensee“ entstand. Der See entwickelte sich mit den Jahren zu einem Kleinod für die Naherholung. Ein Strandbad, umgeben von Schatten spendenden Laubbäumen, Möglichkeiten zum Tretbootfahren etc. laden die Besucher ein. Ummittelbar an den See angrenzend befindet sich ein Campingplatz, der auch zum Wintercamping genutzt werden kann.
Bergwitzsee
Der Bergwitzsee hat sich mit seiner Lage zwischen Elbaue und Naturpark Dübener Heide seit 40 Jahren zum beliebtesten Badegewässer in der Region Dessau/Wittenberg entwickelt. Eingebettet in zusammenhängende Waldgebiete befindet er sich in bester Lage zu bedeutenden Sehenswürdigkei-ten der näheren Umgebung, zu denen die Lutherstadt Wittenberg, „Ferropolis – Die Stadt aus Eisen“ und das Dessau-Wörlitzer Gartenreich zählen. Der See bietet mit seiner vorzüglichen Wasserqualität inmitten intakter Natur Freizeitspaß für Segler, Surfer, Taucher, Angler und Badegäste. Direkt am See befindet sich ein naturnaher, ökologisch orientierter und familienfreundlicher Campingplatz. Gut aus-gebaute Rad- und Wanderwege sowie ein Bootsverleih laden zu aktiven Freizeit- und Erholungsfor-men ein. Eine Denkwürdigkeit bildet das Schicksal der im früheren Tagebau Bergwitz betriebenen Abraumförderbrücke, die bei ihrem Einsatzbeginn 1930 zu den ersten ihrer Art in Mitteldeutschland zählte, 1945/46 reparationsbedingt demontiert wurde und hochbetagt noch heute im Tagebau Moro-sowskij in der Ukraine im Einsatz ist.
Bockwitzer See
Der aus dem gleichnamigen, bis 1992 betriebenen Tagebau hervorgegangene Bockwitzer See östlich von Borna mit seinen beiden kleineren Nachbarn besticht weniger durch Größe als durch sein herausragendes Potenzial für Natur und Landschaft. Unter fachkundiger Betreuung durch die am Ort ansässigen Ökologischen Station Borna-Birkenhain konnten sich hier Biotopstrukturen zwischen Orchideenstandorten, Uferschwalbenkolonien und „Vogelinseln“ ausbilden“, die im Leipziger Neuseenland ihresgleichen suchen. Geführte Wanderangebote bieten Interessenten beste Möglichkeiten zum Naturerleben, ohne wertvolle Lebensräume zu stören. Naturschutzverträgliche Wassersportangebote sollen am Nordufer etabliert werden. In jüngster Zeit zeigt sich der Bockwitzer See in auffallend türkisblauer Farbe, die auf Neutralisierungsmaßnahmen durch gezielte Sodaeinträge zurückzuführen sind. Im Osten grenzt das Waldgebiet des bis nach Flößberg reichenden Fürstenholzes unmittelbar an den See, der vom Aussichtspunkt an der B 176 aus am besten zu überschauen ist.
Concordia See
Im heute vergleichsweise gewässerarmen Landstrich zwischen dem Südrand der Magdeburger Börde und den Pforten des Harzes mit dem Brocken in Sichtweite entstehen im ehemaligen Nachterstedter Revier zwei neue Standgewässer, die an das historische „Seeland“ als nacheiszeitliches Seengebiet nordwestlich von Aschersleben anknüpfen. Der größere Concordiasee, auf dem auch ein Fahrgast-schiff verkehrt, entwickelte sich schnell zu einem Wassersportparadies mit vielfältigen Freizeit- und Erholungsangeboten zwischen Hafen, Seepromenade, Badestrand und Abenteuerspielplatz. Rund-wege erschließen die „Landschaft nach der Kohle“ auch für Wanderer und Radfahrer. Eine absolute Besonderheit bildet der Fakt, dass die Nutzungen am See angesichts der langen Flutungsdauer be-reits bei einer Wasserspiegelhöhe ca. 35 Meter unterhalb der Endsituation begann und folglich Strän-de, Stege und Anleger mit steigendem Wasserstand nach oben „wandern“, ehe gegen 2030 fast die doppelte Wasserfläche gegenüber heute erreicht sein wird – in diesen Dimensionen einmalig nicht nur in Mitteldeutschland.
Cospudener See
Der in der Abbauhohlform des 1981 aufgeschlossenen und 1992 stillgelegten Tagebaus Cospuden entstandene See hat sich seit seiner Freigabe am 01.06.2000 als Korrespondenzstandort der EXPO 2000 zu einem Publikumsmagneten entwickelt, der seither jährlich rund 500 000 Besucher anzieht. Dazu tragen die exzellente Verkehrslage an der Peripherie der Städte Leipzig und Markkleeberg, die Vielfalt der sport- und freizeitbezogenen Möglichkeiten zwischen klassischen (Baden, Segeln) und im Trend liegenden Angeboten (Kite-Surfen, Tauchen) sowie die abwechslungsreichen Landschaftsbilder rund um den See maßgeblich bei. Während sich besucherintensive Nutzungen am Nord- und Ostufer konzentrieren, bleibt das der Auenlandschaft der Weißen Elster zugewandte Westufer „sanften“ Freizeitformen vorbehalten. Rund um den „Südzipfel“ finden sich Naturrefugien in überraschender Vielfalt. Die Einbindung in den „Gewässerverbund Region Leipzig“ und die Verknüpfung mit dem benachbarten Zwenkauer See zu einem über 14 km² umfassenden wassertouristischen Aktionsraum bieten in den nächsten Jahren weitere gute Entwicklungsperspektiven.
Edderitzer See
Der nach der Abbaueinstellung 1953 in den 60er Jahren aus dem gleichnamigen Tagebau hervorge-gangene Edderitzer See entwickelte sich in der Folgezeit zu einer beliebten Bademöglichkeit i9m Bereich der ansonsten gewässerarmen „Köthener Platte“. Allerdings überlagerten sich bis 1990 meh-rere Nutzungseinflüsse, wobei der Wegfall der bis 1992 betriebenen Bewässerungswasserentnahme zu einem Wasserspiegelanstieg mit nachfolgenden Erosionsschäden und Rutschungsdispositionen vor allem im Bereich der Kippenböschungen führten. Zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit waren umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Heute zieht das Seebad Edderitz mit sei-nem vielfältigen Angebot an sportlichen Aktivitäten wie Tauchen, Sommerbiathlon, Angeln Erholungs-suchende aus einem weiten Umkreis an. Eine Besonderheit ist die Skatebahn rings um den See. Die touristische Nutzung soll durch die Errichtung eines Zeltplatzes und des „Europagartens“ im geologi-schen Lehrgarten intensiviert werden. Naturfreunde finden Uferschwalbenkolonien am Seeufer.
Geiseltalsee
Der Geiseltalsee wird nach Abschluss der Flutung um das Jahr 2010 herum mit 18,4 km² Wasserfläche auf absehbare Zeit der größte künstliche See Deutschlands sein. Auf Grund seiner Größe und seinem neu gestalteten Umfeld wird eine beispielgebende Symbiose aus speziellen Räumen für den Natur- und Artenschutz, ausgedehnten Gebieten für einen sanften Tourismus und ausgewählten Bereichen für intensiveren Tourismus entwickelt. Lebensräume zum Arbeiten, Wohnen und Erholen werden erschlossen. Der Yachthafen (Marina) am Ufer bei Mücheln wird bereits gebaut. Noch vor Abschluss der Flutung wird er Basis für eine entsprechende wassersportliche Nutzung des Sees sein. Nördlich der Marina und am Ostufer bei Frankleben sind Strandbereiche für intensiveren Wassersport geplant. Am Braunsbedraer Ufer ist ein zweiter Hafenstandort vorgesehen. Dem gegenüber werden weite Bereiche der Halbinsel bei Stöbnitz, die Inseln, Teile des Nordufers und die umgebenden Wasserflächen sowie die Bereiche der nördlichen Halden ausschließlich bzw. vorrangig der Entwicklung von Natur und Landschaft vorbehalten. Mehrere Aussichtspunkte teilweise mit Türmen, unter denen die weithin als Landmarke erscheinende Halde Klobikau herausragt, bieten exzellente Einblicke in den derzeit ablaufenden Landschaftswandel.
Grabschützer See, Zwochauer See
Im Westteil des Sanierungsgebietes Delitzsch-Südwest bilden Zwochauer und Grabschützer See schon auf den ersten Blick ungleiche Geschwister zudem mit vollkommen unterschiedlichen Nutzungsprofilen. Während die Gestaltung des kleineren Zwochauer Sees auf eine Naherholungsnutzung maßgeblich durch die namensgebende Ortslage ausgerichtet wurde, wurde im Bereich des Grabschützer Sees ein rund 120 Hektar großer Ausschnitt der ehemaligen Abraumförderbrückenkippe mit ihrer typischen Rippenstruktur von konventionellen Sanierungsmaßnahmen ausgenommen. Damit blieben hier Kleingewässer, Inselstrukturen und Steiluferpartien erhalten, die sich innerhalb weniger Jahre zu Lebensräumen für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten entwickelten und bedingt durch den nach wie vor ablaufenden Grundwasseranstieg zudem stetigen Veränderungen unterliegen. Während das Kerngebiet unzugänglich ist, bietet das Wegenetz im Umfeld an mehreren Stellen gute Einblicke. Mit dem 17 Meter hohen Schaufelrad des einst größten Baggers im Revier erinnert nördlich von Gerbisdorf zudem eine neue Landmarke an die 1993 beendete einstige Kohlegewinnung im „Nordraum Leipzig“.
Gremminer See
Im Tagebau Golpa-Nord nordwestlich der Paul-Gerhardt-Stadt Gräfenhainichen wurden bis 1991 Braunkohle und Ton gewonnen. Die Sanierung konnte mit der Annäherung an den Endwasserspiegel im See zwischenzeitlich weitestgehend abgeschlossen werden. Der entstandene Gremminer See soll als Landschaftssee in weiten Bereichen für einen sanften Tourismus entwickelt werden. Einen Schwerpunkt mit überregionaler Anziehungskraft bildet das Gebiet der ehemaligen Tagesanlagen auf der markanten Halbinsel am Westufer als Standort für großflächige Freizeitanlagen. Fünf hier abgestellte und teilweise begehbare Tagebaugroßgeräte bilden in „Ferropolis“ eine beeindruckende Kulisse für die Veranstaltungsarena und sind als Freilichtmuseum zugleich Teil der „Europäischen Route der Industriekultur“. Eine umfangreiche Schienenfahrzeugausstellung mit „rollendem Material“ aus allen in der Braunkohlenindustrie relevanten Einsatzprofilen rundet die Angebote, die selbst Eheschließungen in der „Stadt aus Eisen“ beinhalten, in attraktiver Weise ab.
Großer Goitzschesee
Dort, wo noch vor wenig mehr als einem Jahrzehnt die sprichwörtlichen „Mondlandschaften“ des ausgedehnten Tagebaubereichs der Goitzsche das Bild prägten und im August 2002 das Katastrophenhochwasser an der Mulde Spuren hinterließ, befindet sich heute ein Sport-, Freizeit- und Erholungseldorado, das sowohl durch Vielfalt als auch durch architektonische Qualität besticht. Dabei reichen die Angebote vor Ort schon jetzt vom Badebetrieb am „Bitterfelder Strand“ über wassersportliche Aktivitäten zwischen Paddeln und Powerboot-WM-Läufen sowie Radpartien auf gepflegten Radewegen bis zum Naturerleben im BUND-Projekt „Goitzsche-Wildnis“. Gestalterische Zeichen setzen insbesondere der auf die EXPO 2000 zurückgehenden Pegelturm als neues Wahrzeichen, die „Bitterfelder Wasserfront“ mit der nach erfolgter Restaurierung gastronomisch genutzten „Villa am Bernsteinsee“ sowie das wohl weltgrößte Landschaftskunstprojekt mit dem Agorapark auf der Halbinsel Pouch. Angesichts attraktiver Nachbarschaftslagen zwischen „Bitterfeld am See“, Muldenaue und Dübener Heide bleiben die Aussichten glänzend, wozu nicht zuletzt ein Schleusenverbund mit dem Seelhausener See zum mit fast 20 km² Wasserflächen größten wassertouristischen Komplex in Mitteldeutschland wirksam beitragen kann.
Großkaynaer See
Der Großkaynaer See entsteht im Wesentlichen durch natürlichen Grundwasserwiederanstieg, gestützt durch Wasser aus Filterbrunnen. Auch wenn der Endwasserstand noch nicht erreicht ist, wird er bereits seit einigen Jahren von Kanuten, Seglern und Windsurfern genutzt. Sobald eine ausreichende Wasserspiegelhöhe und -qualität garantiert ist, kann ein bereits angelegter Badestrand der Nutzung übergeben werden. Der flache Südteil des Sees und das Westufer eigenen sich besonders für eine Entwicklung von Natur und Landschaft.
Großstolpener See
Der seit 1992/93 aus einer bergmännischen “Verlegenheitshohlform” im aktiven Tagebaubereich Vereinigtes Schleen-hain entstandene Großstolpener See ist im Vergleich zu seinen weitaus größeren Nachbarn im Leipziger Neuseenland zwar winzig. Als Bademöglichkeit mit Strand und Liegewiese am Westufer erfreut er sich seit seiner Freigabe 1998 aber einer zunehmenden Beliebtheit nicht nur bei den Bewohnern der umliegenden Dörfer. Zugleich bildet er ein vor-zeigenswertes Beispiel für ein gedeihliches Nebeneinander von Naherholung und der Schaffung neuer Lebensräume für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt mit Konzentration auf den östlichen Seeteil samt kleiner „Vogelinsel“. Obwohl sich das Gewässer noch im Einwirkungsbereich der aktiven Braunkohlenförderung befindet, konnten in seinem Umfeld bereits bemerkenswerte gestalterische Akzente gesetzt werden. Dazu zählen vor allem die unterschiedlich strukturierten Wald- und Grünflächen mit eingelagerten Streuobstwiesen mit Schwerpunkt Südufer, der am Südwest-ufer ansetzende Taleinschnitt in Richtung angrenzende Schnauderaue sowie das Wegenetz mit Uferrundweg.
Gröberner See
Der im gleichnamigen, 1993 als letzter im Revier stillgelegten Tagebau entstandene See liegt exakt zwischen der Stadt Gräfenhainichen und dem Naturpark Dübener Heide. Eingebettet in zusammenhängende Waldgebiete, bieten sich seine im Vergleich zur Goitzsche oder zum Gremminer See eher beschaulichen Uferbereiche eher für Naherholungsentwicklungen an, wobei aufgrund weitgehend fehlender Naturschutzrestriktionen auch für die Etablierung von Wassersportangeboten gute Chancen bestehen. Weit über das Bitterfelder Revier hinaus wurde die Förderstätte 1987 durch den Fund eines weitgehend erhaltenen, rund 100 000 Jahre alten Waldelefanten. Die nahe Barbarahöhe bietet beste Ausblicke nicht nur auf den See sondern auf den Raum zwischen Fläming, Halle und Leipzig.
Hainer See
Der Hainer See besticht nicht nur mit seiner zentralen Lage im Leipziger Neuseenland sowie mit ausreichendem Flächenangebot für Sport, Freizeit und Erholung bei bester Verkehrserschließung im Bereich seines Nordufers sowie der ehemaligen Tagesanlagen. Darüber hinaus verfügt er mit markanten Steiluferbereichen im Norden und Osten, der „Haubitzer Bucht“ im Süden und dem „Kippendamm“ gegenüber dem Kahnsdorfer See im Westen über hervorhebenswerte landschaftsgestalterische Alleinstellungsmerkmale. Wassertouristisch bildet das Standgewässer einerseits eine „Keimzelle“, die für eine vom geplanten Hafen in der „Lagune Kahnsdorf“ ausgehende eigenständische Entwicklung ausreichend groß ist. Andererseits besteht die Aussicht, den See über die Pleiße an den „Leipziger Wasserknoten“ anzubinden. Eine Besonderheit bildet die Ortslage Kahnsdorf, die als fester Bestandteil der einstigen „harmonischen Landschaften“ zwischen Leipzig und Altenburg schwere Zeiten an der Tagebaukante zu überstehen hatte, ehe die Stilllegung der Förderstätte und die Braunkohlesanierung seit 1993 neue Perspektiven erschlossen.
Harthsee
Innerhalb des Leipziger Neuseenlands bildet der zwischen Borna und Frohburg gelegene, in einer Abbauhohlform des Tagebaues Borna-Ost bereits vor 1990 begonnene Harthsee den südöstlichen Vorposten praktisch schon im Übergangsbereich zum Kohrener Land. Mit zwei Zugängen ausgehend von den Ortslagen Neukirchen und Nenkersdorf ausgestattet, ist der Nordstrand bei Badegästen und Sonnenanbetern längst einer Position als Geheimtipp entwachsen. Demgegenüber bleibt der Südteil des in seinen Uferbereichen wenig gegliederten und damit von überall aus überschaubaren Harthsees Natur und Landschaft vorbehalten. Zu den Attraktionen in unmittelbarer Nachbarschaft zählt neben dem CULT Neukirchen, einem in einer stillgelegten Brikettfabrik etablierten „Freizeittempel“ mit Angeboten zwischen Großdiskothek, anspruchsvoller Gastronomie und „Fitness-Fabrik Walhalla“ auch die Windmühle bei Schöna.
Haselbacher See
Von allen Tagebaurestseen in Mitteldeutschland verfügt der Haselbacher See, der aus der gleichnamigen Förderstätte hervor ging, wohl über die langwierigste Entstehungsgeschichte. Nachdem 1977 planmäßige Auskohlung der Lagerstätte und eine große Fließrutschung nahezu zusammenfielen, erfolgte zwar frühzeitig eine Weichenstellung in Richtung Seegestaltung als „Badewanne“ zwischen Borna und Altenburger Land. Dennoch dauerte es bis 1993, als nach dem Abschluss der Böschungssanierung das erste Flutungswasser aus dem benachbarten Tagebau Schleenhain zugeleitet werden konnte. Dieser zeitliche Nachteil erwies sich zugleich als Vorteil, weil zwischenzeitlich rund um den See bereits ansehnliche Wälder in Ergänzung des im Süden angrenzenden Kammerforstes entstanden waren. Am Nordwest- (Ramsdorf), Ost- (Regis-Breitingen) und Südufer (Wintersdorf) entstanden naturnahe Strandbereiche. In Planung ist eine Direktanbindung des Sees an die seit 1998 zwischen Meuselwitz und Regis-Breitingen verkehrende „Kohlebahn“, welche auf Gleisen mit 900 mm Spurweite verkehrt und längst zu einer länderübergreifenden touristischen Attraktion geworden ist.
Hasse-See
In den 1980er Jahren entstand aus dem Restloch eines ehemaligen Braunkohlentagebaus bei Roßbach das Naherholungsgebiet Hasse-See. Ein 500 m langer feiner Sandstrand wurde angelegt. Neben dem Baden und Schwimmen bieten Riesenwasserrutsche, Trampolinanlage, Hüpfeburg und vieles mehr umfangreiche Möglichkeiten zur aktiven Erholung. Ein ruhiger Strandabschnitt im hinteren Teil ist den Freunden des FKK vorbehalten. Open-Air-Konzerte und Veranstaltungen für die ganze Familie gehören von Mai bis September zum festen Programm. In der Anlage befindet sich ein Campingplatz. Durch seine Lage in der Nähe wichtiger touristischer und kultureller Zentren im Länderdreieck Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen eignet er sich besonders, Kultururlaub mit Wassersport zu verbinden. Die gesamte Anlage ist familienfreundlich ausgestattet.
Hufeneisensee
Innerhalb der ausgedehnten und zugleich kleinteiligen Bergbaufolgelandschaft im Osten der Stadt Halle bildet der Hufeisensee mit seiner markanten, namensgebenden Form das mit Abstand flächengrößte Standgewässer. Da nach der Abbaueinstellung 1942 eine planmäßige Rekultivierung mit Aus-nahme von Böschungsabflachungen und Aufforstungen in Teilbereichen unterblieb, unterlag der See mit seinem unmittelbaren Umfeld von Beginn an einer spontanen Mehrfachnutzung zwischen Wasserentnahme, Abwassereinleitung, Müllentsorgung, Angel- und Badebetrieb. Seit 1990 erfolgten umfangreiche Sanierungsmaßnahmen wie Abdichtung, Abdeckung, Ausgasung und Bepflanzung der ehemaligen hallischen Zentralmülldeponie, die zu einer deutlichen Verbesserung der Wasserqualität beitru-gen. Heute ist der Hufeisensee zugleich als Bade- und Erholungssee sowie als wertvoller Habitatraum im sich entwickelnden Biotopverbund im Osten der Saalestadt etabliert. An seinem Nordufer entstanden in den letzten Jahren neue Wohnquartiere in auch landschaftlich attraktiver Lage.
Kahnsdorfer See
Vom nahen Hainer See im Osten nur durch einen schmalen Kippendamm mit attraktivem Radweg abgetrennt, haben Natur und Landschaft am Kahnsdorfer See absoluten Vorrang. Sowohl die im Osten, Süden und Westen durchgehend uferbildenden Kippenmassive mit ihren oft komplizierten Standsicherheitsverhältnissen als auch die noch auf absehbare Zeit durch niedrige pH-Werte gekennzeichnete Wasserqualität schließen einerseits Freizeit- und Erholungs-nutzungen hier weitgehend aus. Andererseits bietet sie die vergleichsweise seltene Möglichkeit, ein über einen Quadratkilometer großes Standgewässer quasi als „Freilandlaboratorium“ komplett der natürlichen Sukzession zu überlassen. Auch wenn sich dieser Prozess so störungsfrei wie möglich gestalten soll, wird hier keineswegs ein „Total-reservat“ angestrebt. Rad- und Wanderwege zwischen Böhlen, Rötha und Kahnsdorf bieten aus mehreren Richtungen gute Einblicke in ein sich rasch entwickelndes Naturrefugium. Dem trägt auch der beabsichtigte Gewässerverbund zwischen Hainer See und Pleiße, der den Kahnsdorfer nördlich umgeht, in angemessener Weise Rechnung.
Königsauer See
Unmittelbar östlich des größeren und mit umfangreichen Wassersportangeboten ausgestatteten Concordiasees entstand im historischen „Seeland“ nordwestlich von Aschersleben seit 1990 aus dem gleichnamigen Tagebau ein weiteres Standgewässer, das sich als Königsauer See auf dem besten Wege zu einem regional bedeutsamen Na-turrefugium befindet. Abwechslungsreiche Biotopstrukturen insbesondere in Böschungs- und Flachwasserberei-chen als Lebensräume für zahlreiche geschützte Tier- und Pflanzenarten sowie geologische Sachzeugen in Form von Aufschlüssen und Erosionsformen prägen die einstige Abbaulandschaft. Zwar ist der Kernbereich des neuen Standgewässers aus Naturschutzgründen nicht frei zugänglich. Dennoch bieten Aussichtspunkte mit Anbindung an das örtliche Rad- und Wanderwegenetz umfassende Möglichkeiten zur Verbindung von aktiver Erholung und Naturerleben.
Kretzschauer See
Der Kretzschauer See entstand durch Grundwassereintritt in den ehemaligen Tagebau Groitzschen II ab 1943. Am See ist in den letzten Jahrzehnten ein ansprechendes Naherholungsgebiet im Naturpark Saale-Unstrut-Triasland vor den Toren der Stadt Zeitz entstanden. Wesentliche Nutzungsangebote am Wasser bilden das Strandbad mit Bootsverleih, der Campingplatz und eine Bungalowsiedlung sowie eine Terrasse mit Imbissversorgung und die Jugendherberge Kretzschau. Der unmittelbar an der Straße der Romanik und an der Mitteldeutschen Straße der Braunkohle gelegene See am Rand der namensgebenden Siedlung weist mit dem ehemaligen Standort der Schwelerei und Brikettfabrik Groitzschen zudem einen herausragenden Bergbausachzeugen des Zeitz-Weißenfelser Reviers in seiner Nachbarschaft aus. Mit dem unter Denkmalschutz stehenden Schwelhaus I ist hier die Bauhülle der weltweit einzigen noch erhaltenen Schwelofenbatterie nach Rolle´scher Bauart in Augenschein zu nehmen.
Kulkwitzer See
Der „Kulki“ zwischen der Stadt Markranstädt im Westen und dem Stadtteil Leipzig-Grünau im Osten, an dem der offizielle Erholungsbetrieb bereits 1973 begann, zählt seither zu den bekanntesten und attraktivsten Sport- und Freizeitgewässern im Leipziger Neuseenland. Vielfältige wassergebundene Angebote zwischen Angeln, Baden, Paddeln, Segeln, Tauchen und Wasserski werden durch eine gut ausgebaute „Infrastruktur an Land“ mit Wegenetz, Campingplätzen und Gastronomie ergänzt, wobei auf eine familien- und sportfreundliche Atmosphäre großer Wert gelegt wird. Eine absolute Besonderheit bildet die Unterwasserlandschaft, die nicht nur mit ihrer abwechslungsreichen Flora und Fauna, sondern auch mit einem zielgerichtet versenkten Kleinflugzeug im „Unterwasserpark“ mittlerweile Taucher aus ganz Deutschland in ihren Bann zieht. Vom „Baderummel“ aus DDR-Zeiten durch die Fertigstellung neuer Seen entlastet, konnte der See neue Attraktivität gewinnen, wozu nicht zuletzt die erfolgte Wasserspiegelstabilisierung mittels Ableitung von Überschusswässern vorerst im Pumpbetrieb beiträgt.
Löderburger See
In der Bodeniederung nördlich von Staßfurt entstand aus einem 36 ha großen Tagebaurestloch das 1977 eingeweihte Naherholungsgebiet „Löderburger See“. Der gleichnamige Ferienpark bietet neben der 400 m langen Strandpromenade, ausgedehnte Liegewiesen und einen Strandkorbverleih. Ein großer Spielplatz und die beiden 2004 neu gebauten Rutschen sorgen bei den kleinen Badegästen für Begeisterung. Für sportliche Aktivitäten stehen ein Beach-Volleyball-Feld, eine Wasserskianlage sowie Wassertreter- und Ruderbootverleih zur Verfügung. Die maritime Gaststätte mit Sonnenterasse und Kiosk sorgen für das leibliche Wohl. Angelmöglichkeiten bieten sich über den See hinaus auch an zahlreichen Kleingewässern (Athenslebener See, Jakobsgrube, Kreuzteich, Salzteich, Laake, Seemann) in der Umgebung. Ein Wasserturm in Löderburg kann seit seiner Restaurierung 1999 als Aussichtsturm erklommen werden. Verschiedene Wander- und Radwanderwege rund um den See, entlang der Bode sowie zu Zielen im Umfeld wie das Gänsefurther Schloss laden zu Entdeckungen ein. 600 Parkplätze sind unmittelbar am See verfügbar. Am Ostufer entsteht derzeit ein Campingplatz. In Richtung Athensleben sollen künftig Ferienhäuser die Übernachtungsmöglichkeiten ergänzen.
Ludwigsee (Restsee Innenkippenzufahrt), Neuhauser See (See Holzweißig-West), Paupitzscher See
Nachdem die länderübergreifende Bergbaufolgelandschaft zwischen Holzweißig, Petersroda, Benndorf und Laue bedingt durch militärische Nutzungen und alle möglichen Abfalldeponieaktivitäten zwischen „Fassdeponie“ und „Rackwitz-Kippe“ über Jahrzehnte weitgehend unzugänglich geblieben war, öffnete sich hier 1989/90 ein Bereich, der sich fast unbemerkt von der Öffentlichkeit zu einem überwiegend dicht bewaldeten Naturrefugium entwickelt hatte. Besondere Farbtupfer bilden die in das Kippengebiet eingelagerten Seen, die allesamt dem natürlichen Grundwasser-Wiederanstieg überlassen blieben und heute strukturreiche, oft steile und dicht bewaldete Uferpartien aufweisen. Ein bestens ausgebautes und beschildertes Rad- und Wanderwegenetz ermöglicht an mehreren Stellen Einblicke, die durch Aussichtspodeste und Informationsangebote vor Ort unterstützt werden. Neue „Elemente der Kulturlandschaft“ spannen einen Bogen zwischen Untergegangenem (Paupitzscher Kreuz zur Erinnerung an die 1975 überbaggerte Ortslage) und den „Wächtern der Goitzsche“ als Projekt innerhalb des weltweit größten Landschaftskunstprojektes.
Markkleeberger See
Obwohl der im ehemaligen Tagebaubereich Espenhain entstandene und im Juli 2006 freigegebene Markkleeberger See nicht zu den größeren Standgewässern im Leipziger Neuseenland zählt, bietet er aufgrund seiner Lage an der südlichen Peripherie der Stadtregion Leipzig-Markkleeberg sowie in unmittelbarer Nähe zur Autobahn A 38 vorzügliche und vielgestaltige Entwicklungsmöglichkeiten insbesondere im wassersportlichen Bereich. Dazu tragen insbesondere die Seepromenade mit Strandbad am Nordufer und die Wildwasserstrecke im Bereich des „Silberschachts“ Auenhain bei. Der bereits im Bau befindliche Schleusenverbund zum unmittelbar benachbarten Störmthaler See sowie die geplante, für das „Leipzig-Boot“ befahrbare Anbindung an den „Leipziger Wasserknoten“ versprechen echte wassertouristische Synergieeffekte. Mit dem als Besucherbergwerk konzipierten „Bergbau-Technik-Park“ und dem Projekt „Zeitpfad der Erdgeschichte“ zwischen der archäologischen Fundstätte der „ältesten Sachsen“ und Eiszeitzeugnissen befinden sich weitere interessante Projekte in der Umsetzung. Im Bereich des der Sukzession überlassen bleibenden Südufers mit der Getzelauer Insel sind zugleich neue Naturrefugien entstanden.
Mondsee
150 Hektar Abraumkippenflächen verwandelten sich im Zeitraum von 1985 bis 1990 im Rahmen eines für das Zeitz-Weißenfelser Revier damals außergewöhnlichen Rekultivierungsvorhabens in das heute weithin bekannte und beliebte Erholungsparadies „Freizeitpark Pirkau“. Dabei liegt der Mondsee im Zentrum in unmittelbarer Nachbarschaft zum noch über Jahrzehnte aktiv bleibenden Tagebau Profen. Nach der Wende mit gepflegten Strandbereichen, Wasserrutsche, Spiel- und Tennisplätzen ausgestattet, entwickelte sich der See schnell zum Anziehungspunkt für „Wasserratten“ aus der näheren und weiteren Umgebung. Rund 100 000 Besucher sind jährlich zu verzeichnen, wobei das Einzugsgebiet bis nach Ostthüringen reicht. Ein weiterer Ausbau mit Schwerpunkt Camping- und Ferienhausgebiet ist vorgesehen. Vom Parkplatz im Eingangsbereich aus bieten sich zu jeder Jahreszeit Möglichkeiten, auf markierten Wanderwegen die umliegende Bergbaufolgelandschaft zu erkunden oder von der nahen „Grünen Magistrale“ aus Einblicke in die Kohlegewinnung zu erhalten. Mit dem „Nordfeld Jaucha“ und dem „Eisensee“ fehlen auch Naturrefugien in der näheren Umgebung nicht.
Muldestausee
Der aus dem 1955 aufgeschlossenen Tagebau Muldenstein hervorgegangene Muldestausee, der von der Anfang der 70er Jahre aus dem benachbarten Abbaufeld der Goitzsche verlegten Mulde durchströmt wird, entstand nach dem Flutungsbeginn am 1. Mai 1975 innerhalb von nur neun Monaten. Als Stauanlage für Hochwasserschutz und Brauchwasserversorgung konzipiert, entwickelte sich das Standgewässer schon bald auch zum beliebten Naherholungsgebiet am Rande der Dübener Heide mit Heidecamp Schlaitz, Campingparadies und Ausflugsschiff „Muldeperle“ sowie zum Wassersportzentrum für Segler und Kanuten. Mit dem „Haus am See“ verfügt der Muldestausee über ein gut ausgebautes Informationszentrum für Umwelt und Naturschutz, von dem zahlreiche Angebote zum Naturerleben zwischen Dauerausstellung, Lehrpfaden mit Wanderhütten und der seit April 2006 verfügbaren Live-Cam zur Beobachtung von Fischadlern ausgehen. Schließlich lohnt Mühlbeck-Friedersdorf als erstes „Buchdorf“ Deutschlands mit seinen Antiquariaten zum Stöbern und Schmökern nicht nur für Leseratten einen Abstecher.
Naunhofer See (Grillensee), Ammelshainer See (Moritzsee) und Albrechtshainer See
Die aus der Gewinnung der umfangreichen Kies- und Sandlagerstätten im Westteil des Muldentalkreises hervorge-gangenen Standgewässer bilden gerade an heißen Sommertagen seit Jahrzehnten beliebte Anziehungspunkte für Badegäste und Sonnenanbeter aus dem weiteren Umkreis. Dazu tragen ihre exzellente Verkehrsanbindung über die Autobahn A 14, die vorzügliche Wasserqualität und ihre Einbettung in ein ausgedehntes Waldgebiet maßgeblich bei. Während der von den Einheimischen auch als „Moritzsee“ bezeichnete Ammelshainer See bereits seit längerem komplett für Freizeit und Erholung verfügbar ist, trennt im auch „Grillensee“ genannten Naunhofer See derzeit noch eine Bojenkette die Erholungsstrände von den Bereichen mit laufender Nassauskiesung, deren Ende allerdings absehbar ist. Auch außerhalb der Badesaison locken gut ausgebaute Rad-und Wanderwege zahlreiche Besucher an, wobei kalte Wintertage mit fester Eisdecke auf dem Ammelshainer See eine reizvolle, wenngleich mit Vorsicht zu genießende Verlockung bildet.
Osendorfer See
Als Wassersporteldorado verfügt der kleine, aber relativ lang gestreckte und in Nord-Süd-Richtung orientierte Osendorfer See in der Bergbaufolgelandschaft im Osten der Stadt Halle bereits seit Jahrzehnten einen guten Ruf. Insbesondere Kanuten und Ruderer finden hier gute Trainings- und Wettkampfbedingungen vor, wobei Planungen der Stadt Halle einen Ausbau zum „Wassersportzentrum Osendorfer See“ sowohl für internationale Ansprüche als auch für den Breitensport vorsehen, was zuvor eine Wasserspiegelanhebung erfordert. Ein auch für Triathleten attraktiver Rundwanderweg verbindet den See heute mit dem westlich angrenzenden „Haldenwald“, der als grüner Höhenzug mit Aussichtsmöglichkeiten das Landschaftsbild im Südosten der Saalestadt bestimmt. Östlich der nahen Reideaue befindet sich die historische Kulturlandschaft von Schloss und Park Dieskau mit dem 13 Hektar umfassenden Großen Mühlteich, die nach jahrzehntelangem Verfall heute wieder zahlreiche Besucher anzieht.
Pahnaer See
Unter den Tagebauseen zwischen Leipzig und Altenburg bildet der Pahnaer See schon deshalb eine Besonderheit, weil er nach Stilllegung der Förderstätte 1955 und anschließender Flutung bereits seit den 60er Jahren intensiv für Freizeit und Erholung genutzt wird. Exakt auf der Landesgrenze zwischen Sachsen und Thüringen gelegen und durch geschlossene Waldgebiete in der Umgebung geprägt, stieß die Wasserfläche mit ihrem unmittelbaren Umfeld und den seit Mitte der 70er Jahre schrittweise ausgebauten Angeboten insbesondere bei Badegästen und Campingfreunden frühzeitig auf breites Interesse. Heute zählen im „Erholungspark Pahna“ Aktivangebote zwischen Spielwie-sen, Bolz- und Beachvolleyballplätzen, Tauchen und Fahrradverleih, komplettiert durch Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten, zu den vielfältigen Angeboten. Grill- und Lagerfeuerplätze versprechen überdies einen Hauch von Abenteuer. Selbst Naturfreunde werden bei der Suche nach stillen Refugien bald fündig. Trotz der relativ abgeschiedenen Lage blieben die Wege zu den touristischen Attraktionen in der Umgebung zwischen der Skatstadt Altenburg und dem Kohrener Land kurz, so dass für Abwechslung bestens gesorgt ist.
Raßnitzer See
Der aus dem 1991 stillgelegten Tagebau Merseburg Ost gemeinsam mit dem unmittelbar westlich angrenzenden Wallendorfer See hervorgegangene Raßnitzer See entwickelte sich seit dem Abschluss von Böschungsgestaltung, Begrünung und Aufforstung 1997/98 sowohl zu einem beliebten Naherholungsgebiet als auch zu einem bedeu-tenden Naturrefugium. Rad- und Wanderwege mit Beobachtungspunkten führen rund um See. An seinem Nordufer bietet ein überdachter Aussichtsturm beste Perspektiven zwischen Elster-Saale-Aue, Kraftwerk Schkopau, Halle und Leipzig. Der See bildet einen wichtigen Rückzugsraum für Flora und Fauna, wobei er für zahlreiche Wasser-vogelarten sowohl als Brutplatz als auch als Rast- und Überwinterungsgebiet besondere Bedeutung aufweist. Der ursprünglich landwirtschaftlich genutzte Kippenbereich zwischen beiden Seen wurde in Anlehnung an die benach-barten Auenlandschaften naturiert. Die Etablierung wassersportlicher Nutzungen ist nicht vorgesehen.
Rattmannsdorfer Teiche
(Rattmannsdorfer und Hohenweidener See)
Die beiden Standgewässer, die die zwischen der breiten Saaleaue im Hallenser Süden und dem Chemie- und Energiestandort Schkopau gelegenen Rattmannsdorfer Teiche bilden, sind aus den Restlöchern ehemaliger Kiessandabbaue entstanden. Am nördlichen „Hohenweidener Kiessee“ wurde in den 1990er Jahren eine Wasser-skianlage als Besucherattraktion errichtet. Der größere südliche Kiessee wird von einer Surfschule genutzt. Die Wasserqualität in beiden Seen lässt eine Nutzung als Badegewässer auf absehbare Zeit nicht zu. Daher können die etablierten wassersportlichen Nutzungen der Seen hier weitestgehend ungestört erfolgen.
Runstedter See
Der Runstedter See entwickelt sich zu einem reinen Landschaftssee, der von einem Schilfgürtel umge-ben wird. Lediglich Ausflugsfahrten mit einem Fahrgastschiff (30 Plätze) werden angeboten. Der See ist von einem Rundweg umgeben, der sich zum Wandern, Radfahren und Skaten eignet. Entstanden ist der Runstedter See nach Flutung in den Jahren 2001-2003 aus einem Tagebaurestloch. In dieses wurden in den 1960er bis 1990er Jahren subaquatischen Kraftwerksaschen aus den Kraftwerken der Leuna-Werke eingetragen. Der Flutung gingen umfangreiche Untersuchungen voraus, die ergaben, dass die Nutzung als Landschaftssee möglich ist. Zur Begegnung der Gefahr einer zu hohen Ammoniumkonzentration, bedingt durch Austrag aus dem Aschekörper, wurden zwei Tiefenbelüftungsanlagen installiert.
Schladitzer See
Etwa auf halbem Wege zwischen Leipzig und Delitzsch gelegen, konnte sich der im ehemaligen Tagebaubereich Breitenfeld entstandene Schladitzer See seit seiner Freigabe 2003 rasch als neue Bademöglichkeit mit bester Wasserqualität in einem ansonsten weithin gewässerarmen Landstrich etablieren. Dabei begann die Nutzung von „Schladitzer Bucht“ und „Wolteritzer Strand“ in Umsetzung des Grundsatzes „Besucherlenkung statt Verbotsschilder“ bereits geraume Zeit vor dem Erreichen der Endwasserspiegelhöhe. Ein noch im Aufbau befindliches Rad- und Wanderwegenetz wird künftig alle interessanten Orte rund um den See, zu denen auch die Schaafshöhe als Aussichtspunkt auf der heute bewaldeten Innenkippe zählt, verbinden. Als absolute Besonderheit ist die vorgesehene Wiederherstellung der Durchgängigkeit des Flüsschens Lober durch die wasserbauliche Verbindung der verbliebenen Abschnitte am Nordostufer zu nennen. Voll auf ihre Kosten kommen auch „Airplane-Spotter“, die im Endanflug auf die Nordbahn des Flughafens Leipzig-Halle befindliche Verkehrs- und Frachtmaschinen bei der Seeüberquerung in rund 200 Metern Höhe bestaunen können.
Seelhausener See
Zwar erscheint der Seelhausener See gegenüber dem unmittelbar benachbarten Großen Goitzschesee nur als „kleinerer Bruder“. Mit den Landschaftsbildern seiner Uferpartien, zu denen das markante „Sausedlitzer Steilufer“ zählt, sowie seiner Einbettung in die umgebenden Landschaften zwischen Muldenaue, Sausedlitzer Weinberg und Laueschem Berg zählt er zu den abwechslungsreichsten Standgewässern Mitteldeutschlands. Vorzügliche Radwege als Bestandteil des Goitzsche-Rundkurses versprechen vielfältige Eindrücke. Unterwegs laden mit Löbnitz und Sausedlitz ansehnliche Dörfer zur Rast ein, von denen ersteres durch den Reitsport überregional bekannt wurde, während letzteres nach schon weit fortgeschrittener Umsiedlung ab 1990 erfolgreich neu belebt werden konnte. Auch wenn es im Moment noch als Zukunftsmusik erscheint, bestehen vor Ort exzellente wassersportliche Perspektiven – erst recht, wenn eine auch für Fahrgastschiffe ausgelegte Schleusenverbindung die Wege zum Großen Goitzschesee und damit zur „Bitterfelder Wasserfront“ zustande kommen sollte. Zugleich kommt das Naturerleben nicht zu kurz, wie das im Westteil des Sees entstandene Refugium für Wasservögel deutlich vor Augen führt.
Speicher Borna („Adria“)
Der Speicher Borna wurde in der Abbauhohlform des Mitte der 60er Jahre stillgelegten Tagebaus Borna-West als Kernstück eines Stauanlagensystems zur Brauchwasserversorgung und zum Hochwasserschutz im Pleiße-Einzugsgebiet hergestellt und ging 1979 in Betrieb. Mit 49,4 Mill. m³ Volumen bildet er nach wie vor die zweitgrößte Stauanlage im Freistaat Sachsen, deren Bild durch weitläufige Dammbauwerke am Nord- und Westufer geprägt wird. Die Anlage liegt im Nebenschluss der Pleiße und wird im Verbund mit dem unmittelbar südlich angrenzenden Rückhaltebecken Regis-Serbitz betrieben. Auch wenn dem Standgewässer bis heute anzusehen ist, dass es als technisches Zweckbauwerk konzipiert wurde, entwickelten sich im Laufe der Zeit Naturrefugien insbesondere im Südteil mit der markanten Flutrinne sowie im Bereich der an das Ostufer angrenzenden Böschung. Erholungssuchende entdeckten schon bald die Qualitäten des Sees, der insbesondere bei Surfern und Anglern als Geheimtipp galt, auch wenn bedingt durch seine Primärfunktion als wasserwirtschaftliche Anlage jederzeit mit wechselnden Wasserspiegelhöhen sowie –güteverhältnissen zu rechnen ist.
Störmthaler See
Mit der abwechslungsreichen Strukturierung seiner Uferlinie, die Elemente wie den ehemaligen „Ausfahrtsschlauch“, die Magdeborner Halbinsel, die Grunaer Bucht oder das Steilufer im Bereich zwischen Störmthal und Güldengossa einschließt, ist der Störmthaler See im ehemaligen Tagebaubereich Espenhain für vielfältige Nutzungen und Funktionen geradezu prädestiniert, deren Bandbreite von einem intensiven Freizeit- und Erholungsbetrieb bis zu Sukzessionsflächen mit hohem Naturschutzwert reicht. Zusammen mit dem künftig über einen Kanal mit Schleuse erreichbaren Markkleeberger See bildet er einen attraktiven „wassertouristischen Aktionsraum“ mit rund 10 km² Fläche. Absolute Besonderheiten im Leipziger Neuseenland bilden die „Göhrener Insel“, wo ein Ausschnitt der einst ausgedehnten „Rippenkippe“ komplett der Rückeroberung durch die Natur überlassen bleibt, sowie das Projekt „Vineta“ als auf einer schwimmenden Insel gelagerte Kirchenkuppel, die zu einer nicht alltäglichen Begegnungsstätte auf dem Wasser entwickelt werden soll. Nach oft Jahrzehnte langer Abbaubedrohung prägen heute wieder intakte Dörfer mit zahlreichen Baudenkmalen sowie „gewachsene“ (Oberholz) und neu angelegte Waldgebiete das nähere Umfeld des Sees.
Süßer See
Der Süße See im Mansfelder Land ist seit dem weitgehenden Trockenfallen des Salzigen Sees 1895, von dem nur Kerner- und Bindersee verblieben und dessen Wiederherstellung angestrebt wird, das größte natürliche Standgewässer Mitteldeutschlands. Bereits 1964 wurde Seeburg, das bereits seit der jüngeren Altsteinzeit besiedelt war, zum Naherholungsgebiet erklärt, in dem Bungalows und ein Campingplatz entstanden. Aufgrund seiner günstigen Verkehrslage entwickelte sich das Gewässer zum Besuchermagneten für den Raum zwischen Halle, Eisleben, Querfurt und Sangerhausen. Die Freizeit- und Sportangebote reichen von Baden, Segeln und Surfen über Angeln in ergiebigen Fischgründen bis zum Skaten und Radwandern auf dem asphaltierten Rundweg als Bestandteil des Radfernweges Saale – Harz. Die Umgebung des Süßen Sees wird durch Steilhänge und kleine Schluchten geprägt; die Klimagunst beförderte die Entstehung von Wein- und Obstanbau mit Aprikosenkulturen rund um das Gewässer, von dem Teilbereiche auch naturschutzfachlich von erheblicher Bedeutung sind.
Wallendorfer See
Der aus dem 1991 stillgelegten Tagebau Merseburg-Ost gemeinsam mit dem unmittelbar östlich angrenzenden Raß-nitzer See entstandene Wallendorfer See wird zu einem Standgewässer sowohl für sanften Wassertourismus als auch für Natur und Landschaft entwickelt. Um die Seen herum entsteht ein Rad- und Wanderwegenetz mit Anbin-dung an die regionalen Routen: Im Bereich der Ortslage Burgliebenau ist ein Badestrand vorgesehen. Nach Einstel-lung der westlich an den See angrenzenden Kiesförderung werden die dort entstehenden Flachwasserbereiche als Bindeglied zur nahen Saaleaue der natürlichen Sukzession überlassen. Besonderheiten des Sees bilden sein An-grenzen an stattliche Auenwälder entlang von Weißer Elster im Norden und Luppe im Süden sowie aus den angeschnittenen geologischen Schichten nach wie vor erfolgende, an die einstigen Salzkohlevorkommen erinnern-den Salzeinträge in den Wasserkörper.
Werbeliner See
Unter den Standgewässern im Raum zwischen Leipzig und Delitzsch bildet der Werbeliner See den mit Abstand größten und zugleich vielgestaltigsten. Während sich das Ostufer mit seiner geschwungenen Strandausformung für die Entwicklung von Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten zwischen den zurückgebauten Tagesanlagen und der ehemaligen Ortslage Werbelin im Einklang mit Natur und Landschaft anbietet, wird der Westteil des Sees durch teilweise bereits dicht bewachsene Flachwasserbereiche und in Mitteldeutschland einzigartige Inselstrukturen im Bereich der unter Wasser gegangenen Abraumförderbrückenkippe als Eldorado gerade für Wasservögel geprägt. Ein Rad- und Wanderwegenetz, das Entdeckungen zwischen Werbeliner, Schladitzer, Zwochauer und Grabschützer See unter Anbindung des monumentalen, denkmalgerecht aufgestellten Schaufelrads des Baggers SRs 6300 ermöglicht, ist weitgehend fertiggestellt. Auf dem „Brodauer Zinken“ soll ein Aussichtspodest schon bald bessere Einblicke in eine unverwechselbare Bergbaufolgelandschaft bieten, die zusammen mit dem Schladitzer See aufgrund ihrer Nachbarschaft zu profilbestimmenden Wirtschafts- und Logistikstandorten zwischen Flughafen, Porsche, BMW und Neuer Messe entlang der “Leipziger Nordschiene“ gute Entwicklungsperspektiven bietet.
Zwenkauer See
Der Zwenkauer See entsteht in der Abbauhohlform des gleichnamigen Tagebaus, der bereits 1921 aufgeschlossen und mit der Ausfahrt des letzten Kohlezugs am 30.09.1999 stillgelegt wurde. Mit seiner Gesamtfläche von fast 10 km² wird er nicht nur das größte Standgewässer im Leipziger Neuseenland bilden, sondern auch in die „Top 50“ Deutschlands aufrücken. Über einen kurzen Verbindungskanal erfolgt eine wassertouristische Verknüpfung mit dem nahen Cospudener See sowie dem „Leipziger Wasserknoten“. Dabei bietet die Größe der Seefläche gute Voraussetzungen dafür, Sport, Freizeit und Erholung sowie Natur und Landschaft miteinander zu harmonisieren. Während erstere insbesondere am Kap Zwenkau mit dem 2006 eingeweihten Ausstellungspavillon für die Abraumförderbrücke AFB 18 und am Nordufer mit Autobahn-Direktanschluss und unmittelbarer Nachbarschaft zum Freizeitpark Belantis zum Tragen kommen, werden weite Uferbereiche vor allem im West- (ökologischer Verbund entlang der Weißen Elster), Süd- und Ostteil des Sees bewusst von intensiven Nutzungen freigehalten. Ein attraktives Wegenetz wird künftig Erkundungen mit dem Rad oder zu Fuß zwischen der Bistumshöhe als „neue Landmarke“, Eythraer Trianon und Lindenallee als Bezug zu den „harmonischen Landschaften“ der Zeit vor dem Bergbau sowie dem Zwenkauer Eichholz als als echtes Kleinod aus Naturschutzsicht erlauben.










































